Vinzenz von Paul

Gedenktag katholisch: 27. September
gebotener Gedenktag
Gedenktag evangelisch: 27. September
Gedenktag anglikanisch: 27. September

Name bedeutet: der Sieger (latein.)

Ordensgründer

* 24. April 1581 in Pouy, dem heutigen
St-Vincent-de-Paul in der Gascogne in Frankreich
† 27. September 1660 in Paris

 

Leitsatz des Heiligen Vinzenz von Paul:  "Liebe sei Tat!"

 Vinzenz, Bauernsohn aus der Nähe von Pouy - dem heutigen St-Vincent-de-Paul - , wurde seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt und studierte in Toulouse Theologie. Schon im Alter von 19 Jahren wurde der strebsame junge Mann, der Karriere machen wollte, zum Priester geweiht, fand aber keine Anstellung; trotz einer Wallfahrt nach Rom machte ein Mitbewerber um die Pfarrstelle das Rennen.

Als Notlösung arbeitete er in einem Internat in Toulouse, litt an Geldmangel, machte Schulden, musste vor den Gläubigern fliehen. Was er dabei erlebte, schilderte er in Briefen: so wurde er von Seeräubern gefangen und als Sklave verkauft. Nach Aushilfstätigkeiten bei einem Fischer und einem Alchemisten landete er im Dienst eines muslimisch gewordenen ehemaligen Franziskaners, den er wieder zur katholischen Kirche zurück führte und mit dem zusammen er in einem Boot über das Meer zurück floh.
 

Schließlich wurde Vinzenz 1608 Priester in Paris und lebte in der Hoffnung, hier endlich auch finanziell Boden unter die Füße zu bekommen. In Paris vollzog sich eine innere Wandlung, nicht zuletzt dank der persönlichen Freundschaft zum Pariser Oratorium, einer Wohn- und Lebensgemeinschaft von Priestern. Vinzenz wurde ein hingebungsvoller Pfarrer, voll von seelsorglichem Eifer und hingebungsvollem Einsatz für die Armen und Kranken, ab 1612 als Priester in Clichy - dem heutigen Stadtteil von Paris Clichy-la-Garenne.
 

Ab 1613 wirkte Vinzenz als Hausgeistlicher des Galeerengenerals de Condi in Lyon. Hier gründete er 1617 die erste "Confrérie des Dames de la Charité", die "Bruderschaft der Damen der Liebe", eine karitative Frauenvereinigung, die sich um Arme und Kranke sorgte. Der Ruf dieses sich im Dienst der Menschen verzehrenden Mannes verbreitete sich schnell. In immer mehr französischen Städten entstanden Bruderschaften der Nächstenliebe. 1620 folgte die Gründung der Laiengemeinschaft für Männer, die "Serviteurs des pauvres", die "Diener der Armen". 1625 gründete er die "Kongregation der Mission", nach dem Sitz der Gemeinschaft nahe der Pariser Kirche St. Lazare Lazaristen oder nach dem Gründer neuerdings auch Vinzentiner genannt. Ihre Hauptaufgabe ist die missionarische Arbeit und die Ausbildung des Klerus. Ab 1627 widmete er sich ganz der Arbeit mit und für seine Gemeinschaften.

1633 folgte in Zusammenarbeit mit Louise de Marillac die Gründung der "Filles de la Charité", der "Töchter der christlichen Liebe, Dienerinnen der Armen" oder nach dem Gründer "Vinzentinerinnen" genannt. Die Aufgabe der Schwestern, die ohne Ordenstracht und nicht in klösterlicher Klausur, sondern vor Ort bei den hilfsbedürftigen Menschen lebten, war die Versorgung von Alten, Kranken und Waisen. 1640 gründete Vinzenz Waisenhäuser, denn mehr als 400 Kinder wurden jährlich allein in Paris ausgesetzt.

Zur besseren Ausbildung des Klerus hielt Vinzenz Exerzitien und regelmäßige "Konferenzen", bei denen sich die Elite des Klerus traf. Bei Volksaufständen gegen die absolutistische Herrschaft des Königshauses richtete er in Paris Volksküchen und Lazarette ein und half so vielen Opfern des Bürgerkrieges.

Vinzenz kann als Begründer der neuzeitlichen Caritas gelten. Die => Vinzentinerinnen sind heute mit rund 24.000 Mitgliedern die größte Frauengemeinschaft der katholischen Kirche. Die Vinzentinerinnen waren auch das Vorbild für die von
Mutter Teresa gegründete Ordensgemeinschaft; Mutter Teresa hat sich selbst als "zweite Vinzentinerin" bezeichnet. Vinzenz' unverwester Leichnam wird in der Kirche St. Lazare in Paris, sein Herz in der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen in aufbewahrt.

Kanonisation: Vinzenz wurde 1729 selig und 1737 heilig gesprochen und 1855 zum Schutzpatron aller caritativen Vereine erhoben.
Patron aller caritativen Vereine und Werke; des Klerus; der Waisen- und Krankenhäuser; der Gefangenen; für das Wiederfinden verlorener Sachen.

 

Quelle: www.heiligenlexikon.de